• messe rjf2 2016
  • mai 2016

Reitrecht in Thüringen

Reiten Wie BNatSchG allgem. Betretungsrecht, ohne Erwähnung des Reitens
Kutschfahren Wie BNatSchG – nicht besonders erwähnt
Wegesperrungen
Können durch die untere Naturschutzbehörde zum Schutz der übrigen Erholungssuchenden, zur Entmischung und zum Schutz der Grundeigentümer vorgenommen werden
Kennzeichnungspflicht Keine
Kartenmaterial
Orientierung nach handelsüblichen Wanderkarten unproblematisch
Praktische Umsetzung Für das Reiten und Kutschfahren auf Wegen ergeben sich idR keine Probleme, Wegesperrungen hat es bisher kaum gegeben
Aktivitäten der VFD Der LV kann bei auftretenden Problemen konsultiert werden, praktische Erfahrungen liegen mangels Problemen nicht vor.
 
 
Wald
Reiten Auf gekennzeichneten Wegen (Reitwegen) gestattet
Kutschfahren Gestattet auf Reitwegen, die mindestens 2 m breit und befestigt sind, was auf nahezu alle Reitwege zutrifft. Auf Grund der Vielzahl verschlossener Schranken ist das Gespannfahren im Wald schwierig.
Wegesperrungen
Entfällt, da ohnehin absolutes Reitwegegebot
Kennzeichnungspflicht Auf Antrag und gegen eine Gebühr von 15,00 € gibt das Forstamt, in dessen Bezirk der Pferdehalter seinen Hauptwohnsitz hat, die obligatorischen Pferdekennzeichen aus. Offizielle Pferdekennzeichen anderer Bundesländer werden anerkannt
Kartenmaterial
Reitwegekarten sind im Buchhandel nicht erhältlich. Die Landesanstalt für Forsten in Gotha verkauft Karten, die für den behördeninternen Gebrauch bestimmt und daher schwer zu lesen sind. Kosten pro Kartenblatt (1:25.000) 25,00 € + Versandkosten.
Praktische Umsetzung Umfang und Qualität des Reitwegenetzes ist regional sehr unter-schiedlich. Es kann nicht beurteilt werden, ob ein flächendeckendens Fernreitwegenetz existiert. Die Orientierung an Hand der Reitwegeschilder ist für Ortsunkundige nicht möglich, zumal Schilder häufig von Unbekannten entfernt und durch die Behörden nicht ersetzt werden.
Aktivitäten der VFD Die Ausweisung des Reitwegenetzes ist nach Auskunft der Behörden abgeschlossen, Anträge werden nicht mehr bearbeitet. Die VFD kann allenfalls beratend tätig sein, eine Zusammenarbeit mit den Reiterverbänden bei der Wegeausweisung ist im Gesetz nicht vorgesehen. Bußgeldverfahren sollten dem LV gemeldet werden, u.U. kann Rechtsschutzzusage erteilt werden.
 
Zusammenfassend ist zu sagen, dass in Thüringen ein extrem restriktives Reitrecht für die Nutzung des Waldes herrscht. Über die praktischen Aus-wirkungen kann keine Aussage getroffen werden, da es kaum Rückmeldungen aus dem Kreis der Betroffenen gibt. Zum Einen gibt es in Thüringen keine Wanderreiterszene, zum anderen ist das Interesse der traditionellen Reitvereine an Ausreitmöglichkeiten sehr gering. Die wenigen Thüringer Freizeitreiter haben sich offenbar arrangiert, zumindest liegen uns keinerlei Erkenntnisse über evtl. Bußgeldverfahren vor.